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Medikamente in der Broilermast:

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Phytogene Alternative

 

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Westerstede, 09.12.2008

Keine Last mit der Mast haben Broilerzüchter, die Infektionen ihrer Tiere mit Oregano statt Antibiotika bekämpfen.

Diese Bilanz ziehen Tierärzte nach Anwendung phytogener, also pflanzlicher Präparate zur Behandlung bakterieller und parasitärer Erkrankungen. Die natürliche Alternative zu Antibiotika und Chemotherapeutika erziele eine ähnliche Wirkung, bestätigte Hansjörg Thoma anlässlich der Messe Eurotier in Hannover.

Der Meppener Tierarzt ist auf Geflügel, insbesondere Masthähnchen, spezialisiert. Er diagnostiziert häufig Dysbakteriosen und Malabsorptionssyndrome bei Tieren im Alter von 8-16 Tagen. In der Broilermast wird ein protein- und energiehaltiges Futter eingesetzt, das bei bakterieller oder parasitärer Belastung im Stall den Darm der „frohwüchsigen“ Tiere an die Grenze bringt. Dann muss schnell gehandelt werden, um Leistungseinbußen zu vermeiden. Insbesondere die Probleme mit jungen Küken und während der Futterwechsel bewegten die Mäster, so Thoma.

Kommt es zur Dysbakteriose, setzen die Betriebe häufig auf Antibiotika aus der Gruppe der Penicilline, was allerdings in Hinsicht auf Resistenzen problematisch gilt. Weil zudem Gesetze die Verabreichung in den letzten Tagen vor der Schlachtung verbieten, sind Verluste fast unvermeidbar. Ziel sollte es sein, den Einsatz von Antibiotika so gering wie möglich zu halten.

Prävention bis zum SchlachtTag

Bei dieser Indikation haben sich angereicherte Extrakte der Oreganopflanze als wirksame Therapie herausgestellt. Sie sind als Futterergänzung im Handel erhältlich, beispielsweise vom heimischen Hersteller Dostofarm: Dessen Präparat „Dosto Liquid“ wird im Verhältnis 1:1000 ins Trinkwasser gegeben. Eine Kur dauert drei Tage und kann beliebig oft wiederholt werden. Thoma geht sogar einen Schritt weiter und rät zur Prävention: Eine Anwendung in den ersten Lebenstagen, während der Futterwechsel und in der Finisher-Phase vor der Schlachtung würde die Tiere wirksam schützen.

Oregano ist ein Naturprodukt aus der Nahrungskette und kein Medikament, kann also unbedenklich eingesetzt werden. Die breite Wirkung gegen Bakterien, Pilze und Darmparasiten der auch Dost oder Wilder Majoran genannten Heilpflanze ist seit Jahrhunderten bekannt. Für den Einsatz in der Mast spricht neben dem nachweislichen Schutz der Tiere, der Verwendbarkeit bis zum Schlachttag und der vergleichsweise geringen Kosten noch ein weiterer Aspekt: Mit weniger Einträgen im Medikamentenbuch lassen sich Broiler einfach besser vermarkten.

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