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Chinesische Stadt lässt über 35.000 Hunde töten – oder: So werden Sie durch die Berichterstattung manipuliert PDF Drucken E-Mail
Kommentar
Geschrieben von: Uwe Peter Willemsen   
Montag, 22. Juni 2009 um 20:49 Uhr
Tatsachen sind Tatsachen und sollten, gleichgültig ob sie von einem unabhängigen Journalisten, von Betroffenen oder von einer engagierten Person geschildert werden, den tatsächlichen Sachverhalt schildern. Selbstverständlich kann niemand für sich ausschließen, das persönliche Prioritäten, Emotionen oder ethische Grundhaltungen seine Berichterstattung beeinflussen. Es stellt sich aber die Frage, wie weit man derartige Einflüsse zulassen darf, ohne das der Bericht an Seriosität verliert und wie weit man Informationen zurückhalten oder durch, nur sekundär den aktuellen Fall betreffende Zusatzinformationen ergänzen darf.

[Chinesische Stadt lässt 37.500 Hunde töten (mit Video)
Peking (aho)  Um einen Ausbruch der Tollwut unter Kontrolle zu bringen, hat die Stadtverwaltung der im Norden Chinas gelegenen Stadt Hanzhong 37.500 Hunde erschlagen lassen. Nach Informationen des Internetportals China View seinen seit Jahresbeginn in der Stadt 13 Menschen an Tollwut gestorben. Rund 6.600 Bewohner seien von Hunden gebissen oder gekratzt worden. Die Tötungen hatten [...] (bitte klicken Sie auf die Überschrift des Berichts um auf den vollständigen Bericht und die Videoeinbindung von Animal Health Online zu gelangen)

Einerseits verzichtet AHO auf zahlreiche aktuelle, den Fall betreffende Informationen, sowie Hintergrundinformationen, andererseits bindet AHO dieses Video


mit ein, ohne den Nachweiß zu führen, das das gezeigte Kind in Hanzhong infiziert wurde. Legitim ist diese Form der Berichterstattung durchaus, aber ebenso manipulativ. Suggeriert sie doch die ethische Vertretbarkeit brutalster Tötungsmethoden aufgrund des Leidens von Kindern.
Niemand ist verpflichtet, Meldungen zu hinterfragen, bevor er sich auf sie beruft. Im Rahmen seriösen Journalismus sollte es aber eine Selbstverständlichkeit sein. Oder wie ist Ihre Meinung dazu?

In jedem Fall verschweigt AHO, das eben nicht nur erkrankte und gefährdete Streunerhunde, sondern auch gesunde Hunde aus privater Haltung getötet wurden. Auch zu den Tötungsmethoden - Erschlagen mit Knüppeln, Eisenstangen, Seilen etc.- schweigt sich AHO ebenso aus wie darüber, das eine unbestimmte Zahl von Hunden keineswegs schon tot waren, bevor sie zusammen mit toten Hunden verbrannt wurden.

Mag sein, das die chinesischen Behörden einem Handlungszwang ausgesetzt waren, ein Argument für ein Massaker, vollzogen von zum Teil primitiven, tötungshungrigen Privatpersonen, ist ein solcher Handlungsbedarf aber in keinem Fall. Aho erzwingt mit diesem Bericht den Eindruck, als wolle man die Situation in China dahingehend ausschlachten, das man Tierschutzorganisationen dahin diskreditiert, sie würden die Lebensberechtigung von Hunden höher bewerten, als die von Menschen.

Auch IFAW bekleckert sich im Fall von Hanzhong nicht gerade mit Ruhm. In dem entsprechenden Newsletter finden sich mehr Hinweise auf dringend erforderliche Spenden, als auf sachliche Informationen.

Ausschließlich die Tierschutzorganisation Animal Asia berichtet sachlich über die Tötungsaktion, erklärt unmissverständlich, was sie tun will um ähnliche Massaker in Zukunft zu verhindern und wofür sie Geld braucht und wie sie es verwenden will.

Ein ganz großes Lob an die Animal Asia Foundation

 

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 28. Juni 2009 um 07:57 Uhr