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Home Auslandstierschutz- Fakten und Hintergründe Zwischen Wolf und Schmusehund

Zwischen Wolf und Schmusehund

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Sagen und Halbwahrheiten vom dankbaren und sozialen „Ausländer"

 

Die Aussage, Hunde aus „dem Süden" seien besonders sozial, menschenbezogen, treu, dankbar unsw. haben sie bestimmt schon häufig gehört oder auf Homepages von Vereinen gelesen, die sich in der Region XY engagieren.

Gleiches wird auch den Hunden aus „dem Osten" nachgesagt. Hier aber wiederum von den Tierschutzvereinen, die in den Ländern Osteuropas engagiert sind.

Das Importgeschäft mit den ach so sozialen und bedauernswerten Hunden aus Ost- und Südeuropa boomt. Insbesondere deshalb, weil der universelle Vertriebsname „Tierschutz" einen grundsätzlich karitativen Charakter suggeriert und karitatives Engagement meist nur sehr zurückhaltend hinterfragt wird. So verwundert es auch nicht, dass nahezu alle öffentlich bekannten Aussagen zu dem Wesen der Hunde aus Ost und Süd, wie im Chor das besonders gute Sozialverhalten und die schier unendliche Dankbarkeit dieser Hunde lobpreisen. Den sprichwörtlichen Vogel schießen aber wohl die Tierschutzorganisationen ab, die auf ihren Internetseiten ernsthaft behaupten, Hunde aus deutschen, österreichischen, schweizerischen oder niederländischen Tierheimen seien häufig unsozial, verhaltensauffällig und es ginge ihnen doch viel besser als ihren Artgenossen in XY.

Hier liegt der Widerspruch in sich selbst. Wenn es den Hunden hier besser ginge, wären sie nicht unsozial oder verhaltensauffällig. Es sei denn, es gäbe neben dem typischen Osteuropäer und Südeuropäer, auch den typischen Westeuropäer. Das dies nicht der Fall ist, muss und wird Ihnen jeder Mensch bestätigen, der mehr als einen Hund kennt.

Mit einfachen Worten ausgedrückt: Es gibt bei Hunden weder ein kontinental, noch ein national typisches Sozialverhalten und jede Diskussion mit Personen oder Tierschutzorganisationen, die gegenteiliges behaupten, ist pure Zeitverschwendung. Entweder es handelt sich um bloße Behauptungen, die jeder Grundlage entbehren, oder um die Annahme, einige Einzelerfahrungen wären allgemeingültig und ließen Rückschlüsse auf die Gesamtheit zu. Beides ist gleichermaßen disqualifizierend.

Verhaltensgrundlagen

Gutes Verhalten/Sozialverhalten oder schlechtes Verhalten/Sozialverhalten gibt es in dem Sinne nicht. Es gibt nur „Verhalten/Sozialverhalten". Für die Auseinandersetzung mit dem Sozialverhalten und allen anderen Verhaltensweisen eines Hundes sollten Sie sich sehr viel Zeit nehmen. Insbesondere für die Auseinandersetzung mit den Faktoren, die das Verhaltensspektrum bestimmen bzw. beeinflussen. In jedem Fall aber dann, wenn Sie beabsichtigen, einen Ihnen unbekannten Hund aus XY zu adoptieren. Hier gibt es tatsächlich regional typische Unterschiede, die sich allerdings nicht in einem bestimmten Wesensmerkmal der Hunde widerspiegeln, als vielmehr in der durchschnittlichen Häufigkeit bestimmter Wesensmerkmale bei bestimmten Hundetypen/Rassen.

Faktoren

Ein wesentlicher Faktor für das Sozialverhalten und sehr viele andere Verhaltensmuster eines Hundes, sind die individuelle Disposition der Mutterhündin und ihre Lebensumstände während der Trächtigkeit. Die Gehirne der Föten werden durch die Mutterhündin ständig, unter anderem mit Hormonen versorgt. Das Verhältnis der Hormone nimmt maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns und somit auf die gesamte Disposition des Hundes. Es ist also von maßgeblicher Bedeutung, unter welchen Umständen die Mutterhündin lebt und welche individuelle Disposition zugrunde liegt.

  • Lebt die Mutterhündin während ihre Trächtigkeit in einer, für Osteuropa typischen Vermehrungsanlage, ohne nennenswerte Sozialkontakte und leidet möglicherweise selbst schon an einem Deprivationssyndrom, so sind schwerwiegende Entwicklungsstörungen und Defizite als sicher anzunehmen.

  • Lebt die Mutterhündin während der Trächtigkeit in einer Tötungsstation oder einem überfüllten Tierheim unter ständigem Stress, so ist auch das Stresszentrum des Gehirns des Fötus, einem ständigen Hormoneinfluss ausgesetzt, der wiederum maßgeblich für die Stressanfälligkeit des Hundes sein wird.

  • In gleicher Weise nehmen auch Auslöser für positiven Stress, wie Jagdaktivität, Sozialverhalten in der Gruppe/Rudel, positiver Menschenkontakt etc. maßgeblichen Einfluss auf die prägeburtliche Entwicklung des Hundes.

Die Disposition der Mutterhündin hat demnach schon vor der Geburt eines Hundes, erheblichen und mitbestimmenden Einfluss darauf, welchen Einfluss Lebensumstände und Erlebnisse in der Prägephase (4. bis 8. Lebenswoche) und der weiteren Entwicklung haben, wobei die Prägephase bestimmend ist und die Prägung nicht umkehrbar ist. In der Humanmedizin, richtiger ausgedrückt, in der Neuropsychologie / Neurobiologie haben repräsentative Studien den Einfluss sozialer Dispositionen und geistiger, wie auch körperlicher Aktivität werdender Mütter auf den Fötus längst nachgewiesen. Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft studierten, in technisch-wissenschaftlichen Bereichen berufstätig waren oder Führungspositionen in der Wirtschaft innehatten, sind im Durchschnitt lernfähiger, selbstbewusster und ausgeglichener als andere Kinder. Kinder deren Mütter während der Schwangerschaft in sozial und/oder wirtschaftlich angespannten Verhältnissen lebten, leiden überdurchschnittlich häufig an Hyperaktivität, neigen häufiger zu Gewalt, sind häufiger unkonzentriert und neigen eher zu psychischen Erkrankungen, unsw. Zwischen Menschen (Hominiden) und Hunden (Caniden) besteht in der grundsätzlichen Struktur neurobiologischer Vorgänge kein wesentlicher Unterschied. Bei beiden Arten haben psychologische/neuropsychologische und somit neurobiologische Dispositionen der Mütter, maßgeblichen Einfluss auf die neurobilogische Entwicklung des Fötus und sind entscheidend für die Neuroanatomie des Gehirns.

Die Prägephase ( 4. bis 8. Lebenswoche) ist die wichtigste Phase in der Entwicklung des Hundes. Unter dem Einfluss der prägeburtlichen Umstände werden durch Reize /Umweltreize oder deren Entbehrung, alle, das weitere Leben bestimmende Grundlagen für Verhaltensweisen, psychischen und psychosomatischen Dispositionen festgelegt und etabliert. Diese reichen, angefangen bei Deprivationssyndromen, über Lernverhalten/Lernfähigkeit bis hin zur Wahrnehmungsfähigkeit und der Intensität und Art der Verarbeitung von Wahrnehmungen. Primär handelt es sich dabei um unumkehrbare, neurobiologische Prozesse, auf die in der späteren Entwicklung des Hundes kein sekundärer Einfluss genommen werden kann.

Die Sozialisierungsphase ( 8. bis 12. Lebenswoche ) ist die nächste Enwicklungsphase von entscheidender Bedeutung. In dieser Phase wird, in Abhängigkeit prägeburtlicher Voraussetzungen sowie Entwicklungsstandards und/oder Entwicklungsdefizite aus der Prägephase, das innerartliche und außerartliche Sozialverhalten entwickelt und etabliert. Das in dieser Phase etablierte Sozialverhalten ist ebenfalls nicht umkehrbar, allerdings ist, in Abhängigkeit früherer Prägungen, ein sekundärer Einfluss bedingt möglich.

 

Verhaltensweisen und ihre Ursachen

Hält man sich oben beschriebene Grundsätze der Verhaltensentwicklung vor Augen, wird zwangsläufig deutlich, dass es höchst unterschiedliche, individuelle Verhaltensentwicklungen gibt, die ebenso zwangsläufig zu ebenso unterschiedlichen Verhaltensgrundlagen und Verhaltensparametern führen.

„Hunde aus Spanien sind besonders sozialverträglich und menschenbezogen". Die erste Frage zu dieser völlig unsinnigen und unhaltbaren Behauptung muss wohl lauten: Ja,welche denn?

Vielleicht Greyhounds, Galgos oder Katalanische Schäferhunde? Neben anderen, heute noch in Spanien vorwiegend rassegerecht geführten Hunde(rassen) trifft die Aussage zur Sozialverträglichkeit in einer Vielzahl von Individualfällen sogar zu.

In vielen Regionen Spaniens werden die Jagdhunderassen Galgo und Greyhound auch jagdlich geführt. Meist bei der Hetzjagd, für die selbstverständlich „Meuten", keine Rudel gebraucht werden. Einzelhaltung ist ein Fremdwort bei den Jägern und gezüchtet wird schon deshalb selbst, weil „der Hund" so gut wie nichts kosten darf. In der Konsequenz wachsen Galgos und Greyhound unter nahezu idealen Bedingungen auf. Die Mutterhündin lebt während der Trächtigkeit in einem intakten und stabilen Sozialverband. Sie selbst ist allgemein nur positivem Stress (Jagd) ausgesetzt und entsprechend ausgeglichen. Ideale Voraussetzungen für die prägeburtliche Entwicklung also.

Entwicklungsschäden die durch eine verfrühte Wurfentnahme verursacht würden, entfallen gänzlich. Insgesamt bietet die übliche Haltungsform Idealbedingungen in der Prägephase und der anschließenden Sozialisierungsphase. Die Mutterhündin ist ausgeglichen, der Wurf bleibt weit über das Mindestmaß von 8 Wochen hinaus, zusammen, häufig besteht direkter Kontakt zu einem zweiten Wurf, der komplette Sozialverband (vorhandene Hunde) beteiligt sich primär und sekundär an der Prägung und Sozialisierung der Welpen und der Sozialkontakt zum Menschen ist ebenfalls gegeben. Einziges, die Entwicklung beeinflussendes Manko „dieser Haltungsform" ist die Nichtgewöhnung an haltungsfremde Reize. Für die Großstadt und Einzelhaltung sind diese Hunde nichts. Bedingungslos sozialverträglich sind sie aber trotzdem nicht. Die ausschließliche Kommunikation innerhalb der Rasse führt aufgrund der rassespezifischen Anatomie in einigen Fällen zu ernsthaften Kommunikationsproblemen mit anderen Hunden, die die ewig eingezogene Rute der Galgos als Angst interpretieren können. In dieser Hinsicht haben Galgos, die im Tierheim aufwachsen, sogar einen Vorteil. Sie und die anderen Hunde lernen die Körpersprache des jeweils anderen besser. Dieser Vorteil wird aber durch den negativen Stress im Tierheim gleich wieder zunichte gemacht.

Unter den, in diesem Beispiel beschriebenen Umständen, ist tatsächlich von einer hohen Sozialverträglichkeit auszugehen. Dies gilt aber nicht nur für Galgos oder Greyhounds, nicht für eine bestimmte Region, nicht für Spanien und auch nicht für Süd- oder Osteuropa. Es gilt ausschließlich für Hunde, die unter artangemessenen Umständen geboren werden und aufwachsen und in diesem Zusammenhang auch nur für die grundlegende Sozialverträglichkeit.

Ein gegenteiliges Beispiel für die Bedeutung der Entwicklungsparameter sind die „Kampfhunde von Malta".

Eine Grundlage, wenn auch keine von ausschlaggebender Relevanz, ist die rassespezifisch, vorwiegend anatomisch bedingte, Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit. Legt man die Kommunikationsfähigkeit von Wölfen, also die Summe aller Kommunikationsmittel- akustische Signale, Mimik, Körperhaltung, Gestik und olfaktorische ((„siehe auch: Riechen und gerochen werden" von Dr. Enikö Kubinyi in „Der Hund / Ausgabe 11/ 08)"- mit 100% zugrunde, so muss man bei einem Pitbull von einer Kommunikationsfähigkeit von maximal 30% ausgehen (zum Vergleich: Alaskan Malamute ca. 75%; DSH ca. 65 bis 68% und Bullterrier 25% - Angaben laut Dr. Dorit UrD Feddesen-Petersen ).

Auf Malta werden die Pitbulls in Verließen der historischen Stadtmauern oder in Höhlen und Verschlägen an abgelegenen Orten gehalten (siehe auch Bericht des WDR) und dort auf die illegalen Hundekämpfe vorbereitet.

Bei diesen Hunden gibt es gleich eine ganze Reihe von negativ gravierenden Einflüssen, von denen jeder einzelne für sich allein geeignet ist, das ganze Hundeleben bestimmende Verhaltensparameter zu bestimmen. Beginnen wir mit der prägeburtlichen Phase. Die Hündinnen sind kaum zu innerartlicher Kommunikation fähig, selbst wenn man die anatomische Einschränkung außer Acht lässt. Allein die Isolationshaltung, die für Hunde völlig unnatürlich ist, führt zu erheblichen Emotions- und Verhaltensirritationen. Dazu kommt ein ständig dramatisch hoher Level von Stresshormonen. Die Gehirne der Föten bekommen, plastisch ausgedrückt, eine Dauerspühlung mit aggressionsfördernden und Stress auslösenden Stoffen. Das Resultat sind neurologische, hirnanatomische Unterschiede zu Hunden gleicher Rasse, aus normaler, guter Zucht.

In der Prägephase entwickeln sich, nicht zuletzt auf den prägeburtlichen Einflüssen basierende, schwerwiegende Deprivationssyndrome,( siehe auch: Die Folgen schlechter Prägung / „Der Hund" Ausgabe 12/08) die in ihrer Funktion als Multiplikator für zielgerichtete und einseitige Prägung wirken- als tierpsychologischer Brandbeschleuniger.

In der Sozialisierungsphase und auch schon früher, werden die Hunde darauf geprägt, alle akustischen und optischen Signale anderer Hunde zu ignorieren bzw. selbst nichts zu signalisieren.

Die Welpen werden zu mehreren in einen Sack gesteckt, auf den man dann eintritt oder mit Knüppeln einschlägt. Welpenspiel wird beeinflusst, in dem man die Welpen immer wieder gegeneinderschlägt.

Nach wenigen Wochen sind die Hunde zu keinem angemessenen Sozialverhalten und zu keiner innerartlichen Kommunikation mehr fähig.

Dieses Beispiel gilt nicht nur für Malta, nicht für Italien, nicht für Südeuropa und erst recht nicht nur für Pitbulls. Es gilt für die Haltung der Tiere und somit für jeden Ort, an dem so mit Hunden verfahren wird.

Das diese missbrauchten und gequälten Pitbulls auf Malta zu den „ach so sozialen Südländern" gehören, wagt wohl kaum jemand ernsthaft zu unterstellen. Hält sich der Mythos vom „sozialen Südländer" dann nur deshalb, weil sich „Tierschützer" nur der „sozialen Südländer" annehmen? Wie sozial wäre denn dann der Tierschutz?

Obige Beispiele sollen verdeutlichen, dass es unmöglich ist, einer bestimmten Rasse, einem bestimmten Hundetyp oder einer Region, ein bestimmtes Verhaltensspektrum oder ein bestimmtes Sozialverhalten der jeweiligen Population zuzuschreiben.

Bis jetzt wurden nur die, für die Entwicklung primären Grundlagen, anhand von Beispielen dargestellt- und das nicht sehr ausführlich.

Die tatsächlichen, örtlichen Rahmenbedingungen bieten eine nahezu unendliche Vielzahl von sekundären Einflüssen auf die einzelnen Individuen, die, jedes für sich, zum Gesamtbild einer örtlichen Population und somit zu einer vorherrschenden, nicht generell anzunehmenden, Verhaltensstruktur beitragen.

Sekundäre Einflüsse auf das Verhalten von Hunden und Hundepopulationen sind beispielsweise:

  • Nahrungsangebot (nimmt auch Einfluss auf die Größe einer Population): Davon Fütterung durch den Menschen (soziale Kontakte), Abfälle, Jagdbeute (davon anteilig Kleintiere, anteilig Wild)

  • Unterschlupfmöglichkeiten (Art des Unterschlupfs nimmt Einfluss auf das Sicherheitsgefühl bzw. das Gefahrenpotenzial für das Individuums) wie Wälder, Berge, ländliche Gebiete, Städte,..

  • Anteil von spezialisierten Rassehunden/Hundetypen wie Herdenschutzhunde, Jagdhunde, Schutzhunde, Schlittenhunde, normale Begleit und Gebrauchshunde u.ä.

  • Anteil von Hybriden und Hybridennachfahren

  • Anteil von sozialen und psychologischen Dispositionen (z.B. ausgesetzte Hunde aus Zuchtfabriken (Deprivationssyndrome ( siehe auch: Die Folgen schlechter Prägung / „Der Hund" Ausgabe 12/08) unterschiedlicher Art und Ausprägung, ausgesetzte oder entlaufene Kettenhunde, ausgesetzte oder entlaufene Hunde aus „verhältnismäßig" guter Haltung, frei geborene (verwilderte) Hunde der ersten, zweiten, dritten Generation- jeweils in %

  • Anteil von Misshandlungen durch die Bevölkerung und Art der Misshandlung in %

  • Frequenz und Umfang von Tötungsaktionen

Selbstverständlich wirkt sich auch der Aufenthalt in Tierheimen auf das Verhalten einzelner Hunde aus. Ausschlaggebend dabei ist:

  • soziale und psychologische Disposition vor der Verbringung in ein Tierheime

  • das Alter des Tieres

  • körperliche Disposition (hat Einfluss auf die Durchsetzungsfähigkeit und den sozialen Status des Tieres

  • Populationsdichte

  • Anteile von kastrierten und nicht kastrierten Hündinnen und Rüden in % und jeweiliger sozialer, psychologischer und körperlicher Dispositionen

  • Architektur der Anlage

  • Art und Intensität von Sozialkontakten zu anderen Hunden und Menschen

  • Dauer des Aufenthaltes und

  • die Populationsstruktur und die Lebensbedingungen vor der Verbringung in das Tierheim (siehe obige Aufzählung)

Die hier dargestellten Faktoren sind, in Abhängigkeit der individuellen Prägung, ausschlaggebend für das sekundäre Verhalten der Tiere. Sekundär in der Hinsicht, dass es sich nur um das offen wahrnehmbare Verhalten in der jeweils aktuellen Situation handelt. Das Hundeverhalten auf der Straße lässt nur sehr beschränkte Rückschlüsse auf das Verhalten in „diesem Tierheim in dieser Konstellation von Individuen" zu. Aus dem Hundeverhalten in einem Tierheim, auch nur annähernd verlässliche Rückschlüsse auf das Verhalten eines Hundes in einem möglichen neuen Zuhause in Deutschland zu ziehen, ist nicht nur unseriös und unqualifiziert, es ist unmöglich.

Es ist zwar grundsätzlich möglich, auf Individualerfahrungen basierende Verhaltensweisen dadurch zu relativieren oder zu umgehen, indem man versucht, mit dem Hund alternative Verhaltensweisen zu entwickeln, ob das aber für den Hund sinnvoll ist, kann nur im Einzelfall beurteilt werden. Auf Prägung basierendes Verhalten ist aber nur in minimalem Ausmaß beeinflussbar. Die Prägung selbst bleibt zeitlebens unumkehrbar. In den meisten Fällen kann eine gewisse Lebensqualität für den Hund nur dadurch erreicht werden, wenn man das Umfeld, die eigenen Lebensgewohnheiten, unter Umständen sogar die eigene Körpersprache und Stimmlage, den Bedürfnissen des Hundes anpasst.

Durch im Ausland engagierte Tierschutzvereine werden immer wieder Hunde mit Deprivationssyndromen und anderen, für hiesige Lebensbedingungen, untragbaren Prägungen importiert. In „leichten" Fällen wird, aus Unkenntnis, Alternativverhalten erzwungen oder die Probleme des Hundes werden überhaupt nicht wahrgenommen, weil sich der Hund, nach Ansicht seiner Halter, weitgehend normal verhält. Viele dieser Hunde werden aber nach relativ kurzer Zeit in Tierheimen abgegeben, die sie nie wieder verlassen, weil sie als verhaltensgestört gelten. Andere werden eingeschläfert oder entlaufen, streunen in Deutschland, bis sie verhungern oder überfahren werden. Die Rettung aus XY wird zum lebenslangen Horror für die Tiere.

Die Zahl der importierten Hunde, die aufgrund ihrer Disposition in Deutschland nicht ohne permanenten Stress und/oder Angstzustände leben können, liegt wahrscheinlich zwischen 12.000 und 15.000 pro Jahr (persönliche Schätzung des Autors)


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Kommentare (7)
Antwort an Christine
7 Montag, den 21. März 2011 um 13:13 Uhr
Admin
Ja und nein.

Sicher, ein verantwortungsvoller Verein sollte nicht mit Händlern in einen Topf geworfen werden. Das passiert hier aber auch nicht.
Nein, ein krankes Tier kann von einem verantwortungsbewussten Verein nicht nach Deutschland vermittelt werden, weil kranke Tiere überhaupt nicht transportiert werden dürfen.

Ihre Argumente sind zwar im Grundsatz zutreffend, allerdings argumentieren weniger verantwortungsbewusste Vereine und Händler ebenso wie Sie.
Vielleicht möchten Sie den Menschen die nicht direkt im Tierschutz engagiert sind einige Ratschläge geben, wie sie verantwortungsbewusst, uneigennützig, kompetent und rechtskonform arbeitende Tierschutzorganisationen von denen unterscheiden können, die nicht so arbeiten.
na ja
6 Sonntag, den 20. März 2011 um 20:09 Uhr
Christine
zum einen möchte ich was zu Petra sagen. Auch ich helfe Tieren in Deutschland wie auch in anderen Ländern. Eine Frage möchte ich Ihnen aber ganz gerne stellen, wann waren Sie denn das letzte Mal in deutschen Tierheimen? Es sind immer mehr Listenhunde in den Tierheimen, die schlecht vermittelt werden können, zum einen weil man die Menschen durch die Nachrichten verängstigt und sie glauben macht, das alle Listenhunde, nichts anderes wollen als Menschen anzufallen. Desweiteren ist es auch so das sich nicht jeder einen solchen Listenhund leisten kann, ich denke, da sie sich ja gut auskennen, wissen sie was ein Listenhund an Steuern kostet. Natürlich sind auch andere Hunde im Tierheim und diese werden auch gut vermittelt, so lange sie nicht verhaltensauffällig sind. Oder stimmt das auch nicht? Was ist aber wenn ich im Tierheim in Deutschland keinen Hund finde, es sind vielleicht nur große Hunde dort und ich will nen kleinen, Arbeit will ich ja auch keine mit ihm haben. Ich unterstütze keine Züchter und dann ist es mir lieber einem Hund aus dem Ausland zu helfen, die meistens nach 60 Tagen getötet werden, wenn sie keinen neuen Besitzer finden. Finden Sie das es diesen Tieren tatsächlich genauso gut geht, wie den Tieren in deutschen Tierheimen? Haben Sie auch nur im geringsten eine Ahnung wie schlecht die Tiere oftmals behandelt werden? Auch in Deutschland passiert das, aber nicht in diesem Maasse. Hier darf der Hund leben und er wird vermittelt wenn sich jemand findet, dort sollen sie dann einfach getötet werden, ist das für sie in Ordnung?
Natürlich ist es schlimm in ein Tierheim zu gehen und sie die Hunde und auch die Katzen anzuschauen, man will alle retten, aber wenn das nicht möglich ist, kann man vielleich helfen, unterstützen Sie ein Tierheim? Sind Sie Gassigänger oder gehen Sie zum spielen hin? Was tun Sie denn dagegen das die Tiere dort vermittelt werden? Nichts wahrscheinlich, vielleicht haben Sie sogar ein Tier zu Haus. Verein die im Ausland helfen haben den ganzen Tag damit zu tun, natürlich kann man nicht pauschal sagen das Hunde aus dem Ausland einfacher zu handeln sind, das ist Unsinn. Viele der Auslandshunde sind verängstigt, haben viel mitgemacht und sind traumatisiert. Es gibt auch viele die sind es nicht. Man sollte auch nicht blind einfach mal nen Hund irgendwo her kaufen, selbstverständlich muss man sich informieren über den Verein. Ein Tier hat man ein paar Jahre, das muss doch wohlüberlegt sein. Würde aber Verein nicht im Ausland helfen und Kastrationen machen wäre es dort noch viel schlimmer. Die Einstellung der Menschen dort werden Sie erstmal nicht ändern, viele werden weiterhin ihre Hunde aussetzen, weil sie bei Krankheit des Hundes den Tierarzt nicht bezahlen wollen oder können. Die Hunde werden weiterhin einfach ausgesetzt, weil das abgeben im Tierheim evtl. Geld kostet. ( das Problem haben wir ja mittlerweile in Deutschland auch) Misshandelte Tiere werden auch nicht weniger wenn keine Auslandshunde mehr nach Deutschland usw transportiert werden. Und die Aussage das die meisten Hunde einfach so nach Deutschland kommen, ohne bestimmte Fristen abzuwarten, evtl krank zu sein, das können Sie vielleicht den Hundehandlern unterstellen aber nicht einem verantwortungsbewussten Verein. Es kann immer sein, das der Hund den man bekommt krank ist, ich rede nicht von dem Mittelmeerkrankheiten die ja geprüft werden müssen bevor der Hund einreist. Da muss natürlich der neue Halter informiert sein, sollte es so sein. Einreisen darf der Hund aber trotzdem, wenn man ihm tatsächlich den Stress zumuten möchte.
Der Artikel ist hart und hier werden die Leute die Tieren tatsächlich helfen, mit anderen die sie ausbeuten und Geld machen auf eine Stufe gestellt. Das ist einfach nicht in Ordnung.

Gruß
Christine
sehr guter Artikel
5 Donnerstag, den 10. März 2011 um 20:54 Uhr
Petra
Ich finde das sie mir ihrem Artikel genau ins schwarze getroffen haben.Es steht ausser Frage das ALLE Hunde egal ob nun aus Deutschland oder aus einem anderen Land einem einfach nur Leid tun.Jedem würde man gerne helfen.Kann es aber nicht.
Ich denke auch das der Tierschutz im eigenen Land anfangen sollte.Dauernd wird nur gejammert wegen der armen Wesen die aus Soanien und co kommen.
Wann wart ihr das letztemal in einem deutschen Tierheim? Wann habt ihr das letztemal in die traurigen Augen eines im deutschen Tierheim sitzenden Hundes geschaut?
Sind die Hunde aus den hiesigen Tierheimen es nicht wert gerettet zu werden weil es ihnen ja sooooo gut geht?
Wer wirklich eine solche Äusserung von sich gibt hat von Tierschutz doch echt NULL Ahnung.
Ich finde ihren Artikel sowas von zutreffend und Danke Ihnen sehr dafür das sie den Mut haben auf das Elend der Europäischen Hunde aufmerksam zu machen.

Petra
AW: Auslandshunde
4 Donnerstag, den 24. September 2009 um 05:17 Uhr
???
Ich bin etwas irritiert. Teilweise treffen Sie die gleichen Aussagen wie ich.
[Anstatt sich darüber aufzuregen, das Menschen Tiere aus dem Ausland aufnehmen,..]Tue ich doch garnicht. Nur darüber, dass diverse Tierschutzvereine "Ausländer" als DIE SUPERHUNDE klassifizieren. Sie Haben Rottweiler. Sind die auch alle gleich? Egal unter welchen Haltungsbedingungen, egal welche Zuchtlinie, egal ob Deprivationssyndrom oder nicht...?

[Wir hatten selber immer viele Hunde, meist aus dem Auslandstierschutz, sowohl aus dem Süden wie auch aus dem Osten. Aus unserer Jahrelangen Erfahrung kann ich nur sagen, das die Tiere aus dem Osten oder Süden weder besser noch schlechter waren als ihre Deutschen Kollegen. ] Geht mir ebenso. Unter Ausländern gibt ausgelichene und völlig verstörte und überforderte Hunde- genau wie in D oder sonstwo.
[Und ja, den Tieren in Deutschen Tierheimen geht es besser, als den Tieren in einem Ungarischen Tierheim, wo die Tiere tod geprügelt werden.]Tut mir leid. Einen Ländervergleich akzeptiere ich allenfalls als groben Durchschnittswert. Es gibt auch im Ausland sehr gute Tierheime mit hoch qualifiziertem Personal, so wie es unter deutschen Tierheimen regelrechte Schlachthäuser gibt. Außerdem kommt es darauf an, ob ein Tier mit der IST-Situation zurechtkommt. Gut und Schlecht sind menschliche Maßstäbe, keine hundischen.

[Und ganz am Rande: Alle unsere Tierschutzhunde waren ausnahmslos sehr dankbare Tiere.]Sie unterstellen Hunden die Fähigkeit zu vergleichendem Denken und schreiben ihnen menschliche Emotionen zu? Gleichzeitig unterstellen Sie mir "Halbwissen"?!?

Uwe Peter Willemsen
Auslandshunde
3 Mittwoch, den 23. September 2009 um 14:24 Uhr
???
Ihr Artikel strotz nur so von Halbwissen, das mir die Haare zu Berge stehen.

Anstatt sich darüber aufzuregen, das Menschen Tiere aus dem Ausland aufnehmen, sollten Sie sich vielleicht über die Kynologische Kanonen aufregen, die einen Golden Retriever im Garten halten oder eine Border Collie ohne geistige Auslastung halten.

Wir hatten selber immer viele Hunde, meist aus dem Auslandstierschutz, sowohl aus dem Süden wie auch aus dem Osten. Aus unserer Jahrelangen Erfahrung kann ich nur sagen, das die Tiere aus dem Osten oder Süden weder besser noch schlechter waren als ihre Deutschen Kollegen.
Und ja, den Tieren in Deutschen Tierheimen geht es besser, als den Tieren in einem Ungarischen Tierheim, wo die Tiere tod geprügelt werden. Von den Zuständen in spaniscen Tierheimen möchte ich jetzt gar nicht reden.
Jeder Hund stellt an seinen Halter bestimmte, nicht immer vorhersehbare Anforderungen. Diesen immer gerecht zu werden ist sicherlich nicht einfach, aber auch nicht unmöglich.
Sicherlich gibt es Rassen und Mischlinge mancher Rassen, die nicht für Jeden geeignet sind, da wir selber Liebhaber der Rasse Rottweiler sind weiß ich das aus Eigener Erfahrung.

Aber ein Pauschalurteil, das Hunde mit mangelnden Sozialen Bindungen zu Ihren Haltern nur aus dem Auslandstierschutz kommen kann und sollte man nicht treffen.

Für Ihren nächsten Artitel wünsche ich mir, das Sie Ihre getönte und leicht "Hunde"rassistische Brille abnehmen, und die Beziehung Mensch-Hund als das sehen was es ist: Immer ein klein wenig Russisch-Roulette.
cool

Es sei denn, Sie haben die perfekte Lösung, und ein Allheilmittel für Alle Probleme in der Mensch-Hund Beziehung. Das sollten Sie sich dann aber bitte patentieren lassen....

Und ganz am Rande: Alle unsere Tierschutzhunde waren ausnahmslos sehr dankbare Tiere. Wenn eines dieser Tiere nicht Ihren Ansprüchen genügen würde, weil es aus dem Auslandstierschutz kam, könnte ich mir das natürlich nie verzeihen.
Aber es wurde nie ein Nachbar gefressen und auch die Hunde in der Umgebung haben alle ohne Blessuren überlebt.
Und das mit 3 großen Hunden an der Leine. Es ist einfach eine Frage der Erziehung und eine Frage dessen, was man von seinem Hund erwartet.
Und unsere durften Hund sein, nicht ein Paradebeispiel Hündischer Unterwerfung.
meine tochter hat 7löcher im arm von so einer armen seele traurig
2 Sonntag, den 30. August 2009 um 19:29 Uhr
???
meine exfrau hat diese armen hunde als hobby entdeckt+unseren 13jährigen sohn+17jährige tochter mit 2 sich ständig beisenden rüden(in obhut)+einer eigenen aus spanien stamenden hündin 2tage allein gelassen.natürlich schauten die kinder nicht zu wie die tiere sich verletzen
und gingen dazwischen.ende von lied.nachts notarzt,polizei usw.rechtlich leider alles ok(die kinder müssen ja nicht dazwischen gehen).ich finde solche hunde sollten auch nur in hände gelangen die wirklich darauf ausgebildet sind+nicht ein spielzeug oder die arme seele darin sehen.die hunde sind nicht so wie der hund den wir vieleicht mal hatten.tiertourismus für jedermann.ignoranz dem tier+seinen bedürfnissen gegenüber.viele hunde sind für einen zweck gezüchtet+auch nur da glücklich+gehören nicht in laienhand traurig
Alles nur Polemik
1 Freitag, den 21. August 2009 um 13:05 Uhr
???
Ich frage Sie ernsthaft: was bezwecken Sie mit solchen Artikeln?

Habe ich Ihre Seite bei der Kritik an Flugpatenschaften noch halbwegs ernst nehmen können, ist nun jeder Respekt vor Ihnen verflogen.

Sie müssen selbst wissen, dass dieser Artikel einfach nur Bild-Zeitungs-Niveau hat und völlig haltlos ist.
Aber ich denke, das hat bei Ihnen Methode und ist nicht einfach nur Dummheit
Ihrerseits.

Aber warum machen Sie das? Ein Ziel konnte ich bisher nicht dahinter entdecken. Vielleicht einfach nur völlige Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben?
Ich weiß es nicht, werde mir aber auch sicher nicht die Mühe machen, es heraus zu finden.

Es grüßt Sie
Norma
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. April 2011 um 17:54 Uhr