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Todeslager Tierheim 3.Teil

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Die Versorgungslage der Tiere spricht eine eindeutige Sprache. Noch im Jahre 2003 beherbergte die Smeura ca. 450 Hunde. Damals ging eine Hilferuf durch das Internet und Mailverteiler, die Tiere hätten nichts mehr zu fressen und würden verhungern und erfrieren. Der Hilferuf fruchtete und Geld und Sachspenden verhinderten das Schlimmste. Wenige Monate später beherbergte die Smeura bereits 750 Hunde. Mit Stand vom 06.09.2008 beherbergt die Smeura nach Angaben der eigenen Homepage rund 3200 Hunde. Der Homepage ist ebenfalls zu entnehmen, das weder die Versorgung mit Futter gewährleistet ist, noch die notwendigsten hygienischen Maßnahmen oder Infektionsprophylaxe aus eigenen Mitteln aufrecht erhalten werden können.

Ein ebenso eindeutiges Bild zeichnet die Unterbringung der Hunde. Wie die Fotos auf der Homepage der Smeura beweisen, sind die ca. 3200 Hunde auf engstem Raum untergebracht. Die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Babesiose, Borreliose, Erlichose , Staupe und Parvovirose kann insbesondere in Ermangelung geeigneter Prophylaxen nicht verhindert werden. Aufgrund der Besatzdichte der einzelnen Zwinger und dem zwangsläufig mangelhaften Profiling der Hunde können auch Beissereien nicht verhindert werden.

Die Angaben auf der Homepage, nach der die 3200 Hunde in der Smeura vor der Tötung gerettet wurden, sind demnach nur teilweise richtig. Sie wurden/werden zwar nicht auf den Straßen Pitesti’s erschlagen oder vergiftet, es ist aber davon auszugehen, dass viele Hunde in der Smeura sterben.

Aufgrund der Haltungsbedingungen und der Versorgungslage dürften jährlich zwischen 900 und 1200 Hunde durch Infektionskrankheiten sterben, durch andere Hunde getötet werden, oder vorsorglich wegen aggressiven Verhaltens eingeschläfert werden (persönliche Einschätzung/Schätzung des Autors). Selbstverständlich kann diese Schätzung nicht durch Beweise untermauert werden, die Smeura bzw. der Tierhilfe Hoffnung e.V.“- beide sind hier nur als Beispiel aufgeführt- werden diese Schätzung aber auch nicht glaubhaft entkräften können.

Bei Tierschutzvereinen die nicht durch verhältnismäßig leistungsfähige Partnervereine aus Deutschland unterstützt und kontrolliert werden und bei Privatpersonen ist die Versorgungslage für die Tiere oft noch desaströser, wie die Video’s und ein Auszug aus nachfolgender Mail belegen.

Eine einzelne Frau in GRIECHENLAND genau gesagt  in XIMADI/bei LARISSA 
lebt ALEXANDRA  St. mit 350 bis 400 Hunden betreut auch diese 
selbst heute bittet sie um Hilfe, sie hat kein Futter mehr für und das 
schon seit 3 Tagen mit ihrem Gehalt als Reinemachefrau kann sie diese 
Hunde nicht mehr ernähren, auch sie selbst
hat kaum etwas zum Leben .Gibt es in der Nähe von Frau ALEXANDRA 
ST. vielleicht eine Organisation welche ihr helfen könnte oder 
wenigstens ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen könnte. Leider spricht 
Frau Alexandra St. nur griechisch sie ist über ihr Handy zu 
erreichen sie selbst kann aber nicht jemanden anrufen.
Hier die Telefonnummer von Frau Alexandra (0000) 000000 dies ist eine
Handynummer Frau Alexandra kann aber niemanden anrufen sie kann nur 
angerufen werden.

Halten Sie obiges Beispiel mit der Frau aus Ximadi für einen Einzelfall? Mit absoluter Sicherheit ist dies kein Einzelfall. Was hierzulande mit dem Begriff Animal Hoarding erklärt wird, ist allgegenwärtige Realität. Es beginnt meist mit dem verzweifelten Wunsch, Tiere vor dem sicheren Tod auf den Straßen Europas zu retten. Oft bleiben die Leute allein mit ihren Tieren, weil sie in einem Land leben, in dem Tiere keinen Wert haben. Dort sind sie Außenseiter und zwangsläufig weitgehend isoliert, aber sie sind weder psychisch krank, noch sind sie Helden. Diesen Menschen gleich das Animal Hoarding Syndrom anzudichten ist oftmals verfrüht und bei genauerer Betrachtungsweise völlig unhaltbar.

Manche dieser Menschen finden zusammen und gründen einen Tierschutzverein- irgendwo in Griechenland, Spanien, Ungarn, Rumänien oder einem anderen Land. Andere Leute bleiben allein. Vorrangig in Osteuropa ist fast allen dieser Personen und kleinen Vereinen gemein, dass sie schon aus wirtschaftlichen Gründen außer Stande sind, die in ihrer Obhut befindlichen Tiere auch nur notdürftig zu versorgen (siehe Tabelle).

Wie viele solcher Personen und kleinen Vereine es in Europa tatsächlich gibt, ist nicht abzuschätzen. Oft verfügen sie weder über Sprachkenntnisse in englischer oder deutscher Sprache, noch über einen Internetanschluss. Einen Bekanntheitsgrad im internationalen Tierschutz erlangen diese Personen und Vereine meist erst, wenn ein engagierter Tierschützer diese im Urlaub kennen lernt und einen Hilferuf durch das Internet schickt, oder wenn sie jemanden kennen lernen, der jemanden kennt der von der Tierschutzorganisation XY gehört hat, das diese sich für solche „Tierschutzfälle“ einsetzt.

Einige Hundert solcher Einzelpersonen und kleinen Tierschutzvereine sind der Tierschutzszene- Deutschland, Niederlande, Österreich, Schweiz, Dänemark und England- bekannt und werden in der einen oder anderen Weise unterstützt. So zum Beispiel die 70jährige Frau Lidia aus Rümänien, die auf ihrem Grundstück etwa 100 Hunde versorgt und die vom Österreichischen Tierschutzverein unterstützt wird. Weitere Beispiele sind das Tierheim Gyömrö in Ungarn das ebenfalls von einer einzelnen Frau geführt wird, die etwa 400 Hunde versorgt. Unterstützt wird das Tierheim Gyömrö von der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz aus der Schweiz.

Real dürfte es in Ost- und Südeuropa aber mindestens 800 bis 1000 solcher Einzelpersonen und kleinen Tierschutzvereine geben. Bei einem angenommenen Mittelwert von 150 Hunden pro Person leben demnach etwa 120.000 bis 150.000 Tiere in Europa unter unvorstellbar desolaten und lebensgefährlichen Haltungsumständen- in der Obhut von Tierschützern.

Wollte man hier Abhilfe schaffen und legt man die Werte der Tabelle zugrunde, so ergäbe sich, ohne Erschließungskosten und Kosten für notwendige Neubauten und Neuinstallationen ein Kostenaufwand von € 120.000.000 bis 150.000.000 ( 120 bis 150 Millionen Euro).

Ein Teil dieser Kosten wird durch Tierschutzorganisationen der Reichen Industrieländer aufgefangen. In den Genuss von nennenswerten Hilfslieferungen in Form von Baumaterial, Hundehütten, Decken, Näpfen, medizinischem Zubehör, Medikamenten und Tierfutter so wie Know How und Schulungen der Tierheimmitarbeiter, kommen aber nur sehr wenige Tierschutzvereine, die von großen und verhältnismäßig leistungsfähigen Organisationen wie beispielsweise dem BMT unterstützt werden. Der BMT unterstützt die Tierschutzvereine Misina Természet- és Állatvédo" Egyesület
Misina Tier- und Naturschutzverein
und über Wau-Mau-Insel- Tierheim Kassel das K.Á.T.E
. Kiskunhalasi Állatvédo" és Természetbarát Egyesület in Ungarn so wie die Tierschutzorganisation "Asociatia de protectie a animalelor" (Leiterin Cristina Lapis) in Brasov- Rumänien.

Der überwiegende Teil- mehr als 98% der bekannten privaten Tierschützer und Tierschutzvereine ist auf die Unterstützung meist kleiner, unprofessionell arbeitender Tierschutzorganisationen der reichen Industriestaaten angewiesen. Viele der dieser Tierschutzvereine aus Deutschland, Österreich usw. Unterstützen gleich mehrere Tierheime und private Hilfestationen in Ost- und/oder Südeuropa. Hier gilt: Quantität vor Qualität. Messbare Verbesserungen für die Tiere werden in den seltensten Fällen erreicht.

Der Rest, der vermutlich mit Abstand größte Teil der privaten Tierschützer und kleinen Tierschutzvereine, geht leer aus.

Todesursachen
Hunger und Besatzdichte

Hunger, oder treffender ausgedrückt, die zum Tod von Tieren führenden Folgen ständiger Mangelversorgung und Überfüllung der Tierheime müssen, bei sachlicher Betrachtungsweise, neben Infektionskrankheiten, als die der Haupt- Todesursachen von Tieren in der Obhut von Tierschützern in Ost- und Südeuropa angesehen werden. Verwertbare Angaben über  die ungefähre Zahl von Todesfällen, die direkt oder indirekt auf andauernde oder langfristige Mangelversorgung und eine überhöhte Besatzdichte zurückzuführen sind, gibt es nicht.

Es kann sie auch nicht geben, weil beispielsweise eskalierende Beschädigungskämpfe mit Todesfolgen, von den Tierheimmitarbeitern nicht immer als Ressourcenkonflikt identifiziert werden und als Folge schlechten Sozialverhaltens gewertet werden. Selbstverständlich sind Beschädigungskämpfe mit Todesfolge nur zum Teil auf eine Mangelversorgung zurückzuführen. Unter der Bedingung einer dauerhaften Mangelversorgung mit Futter ist es aber nahezu unmöglich, eindeutig festzustellen, welcher Umstand, welcher soziale Konflikt in welchem Einzelfall zu einem Beschädigungskampf mit Todesfolge/Tötungsabsicht führt. Selbst wenn sie wollten, könnten die betroffenen Tierheimbetreiber keine Angaben dazu machen. Aus diesem Grund kann aber auch kaum ein Tierheim glaubhaft bestreiten, das es immer wieder zu Tötungen aus Futterneid und (selten) zu Kannibalismus kommt. Die betroffenen Tierheime könnten also ausschließlich Angaben darüber machen, wie viele Hunde aufgrund ihres „unsozialen“ Verhaltens eingeschläfert werden, weil es bereits Beschädigungskämpfe gab, oder sich solche abzeichneten.

Ein Ressourcenkonflikt der ganz anderen Art führt nicht selten zum Tod durch Verhungern. Betroffen sind Tierheime mit Kleingruppenzwingern ebenso wie Tierheime mit offenem Gelände.

Hunde die aufgrund ihrer physischen und psychischen Disposition in ihrer Gruppe nicht bestehen können, werden von anderen Hunden der Gruppe nicht an vorhandenes Futter herangelassen oder wagen sich nur an die Reste, die an Tagen mit besserer Versorgungslage übrig bleiben.  Die Tiere werden immer schwächer. Sie können sich immer weniger gegen andere Hunde behaupten, verhungern langsam, erfrieren im Winter, sterben wegen ihres immer schwächer werdenden Immunsystems an Infektionskrankheiten, werden durch andere Hunde oder von Ratten getötet oder eingeschläfert. Ausschlaggebend ist primär die Besatzdichte und die daraus resultierende Unmöglichkeit, dem einzelnen Tier ein soziales Umfeld zu bieten, in dem es bestehen kann.

Zahlen? Die betroffenen Tierheime könnten ausschließlich Angaben darüber machen, in wie vielen Fällen derartige Situationen rechtzeitig erkannt wurden und Abhilfe geschaffen werden konnte.

Tod durch Futter. In erster Linie private Tierschützer und besonders finanzschwache Tierschutzorganisationen aus Osteuropa, sind auf Futterspenden von Hotels, Restaurants, Supermärkten und Märkten, Fleischereien oder auch Gefängnisküchen angewiesen. Häufig sind zusammengekochte Essensreste der verschiedenen Herkunft die einzige Nahrung, die den Tierheiminsassen angeboten werden kann. Die Art des Futters ist für die, an den Verzehr von Abfällen gewöhnten Hunde nicht das Problem. Das Problem sind die Fremdkörper in den Essensresten. Auch wenn die Hotelleitung, der Restaurantbesitzer, der Filialleiter des Supermarktes oder der Gefängnisdirektor durchaus tierfreundlich eingestellt sind, für die Angestellten oder Gefängnisinsassen trifft dies längst nicht immer zu. Immer wieder finden sich Fremdkörper in den eingesammelten Essensresten. Fremdkörper wie Reisnägel, Stahlsplitter, Sägespäne u.ä. lassen sich vor der Zubereitung ausfiltern. Absichtlich zugefügter Sperma, Kot, Urin oder Erbrochenes kann, wenn die Beimengung überhaupt festgestellt wird, keinen ernsthaften Schaden anrichten. Im schlimmsten Fall wird das Futter ungenießbar. Gefährlich und bei häufiger Vergabe für die Tiere tödlich, ist die Beimengung von Rattengift, sehr feinem Knochengranulat oder extrem feinen Haarspitzen- hauptsächlich Rosshaar. Knochengranulat und Haarspitzen werden nicht ausgeschieden. Sie reichern sich im Verdauungstrakt an und perforieren nach und nach die Magen- und Darmwände. Am Schluss sterben die Tiere an inneren, nicht zu stillenden Blutungen. Manchmal erst Jahre nach einer längeren Vergabe..

Um festzustellen, wie viele Tiere jährlich auf diese Weise getötet werden, müsste man feststellen, wie viele Tierschützer derartige Essensreste verfüttern und jedes Tier obduzieren, dessen Todesursache nicht eindeutig andere Ursachen hat,  oder das mit einer Krankheit infiziert sein könnte, bei denen innere Blutungen zu den typischen Symptomen gehören. Unmöglich! Einerseits kann also nicht festgestellt werden, wie viele Tiere aufgrund der Vergabe von Essensresten sterben, andererseits relativiert dieser Umstand die Statistiken zum Tod durch verschiedene Infektionskrankheiten.

An der zweiten Variante der Tötung durch Futtervergabe tragen auch deutsche (westliche) Tierschützer eine indirekte Mitschuld. Wenn auch nicht absichtlich, so tragen sie durch „Futterspenden“ zum Tod einer unbestimmten Zahl von Hunden in hauptsächlich osteuropäischen Tierheimen bei.

Hunde die aus menschlicher Obhut stammen, Rassehunde oder deren Mischlinge sind seltener betroffen. Hunde die aber schon in der Xten Generation auf der Straße leben, Mischlinge mit hohem genetischem Anteil von Herdenschutzhunden aus dem Kaukasus, Russland, Türkei und Georgien, Kirgisien etc. oder Wolfshybriden bzw. Hybridennachfahren, sind viel stärker an die Verwertung nährstoffarmer Nahrung angepasst. Der Stoffwechsel verarbeitet pflanzliche und tierische Fette und Eiweißverbindungen anders. Im Bezug auf den Nährstoffgehalt hochwertige, mit synthetischen Bestandteilen angereicherte Futtermittel, können in Einzelfällen starke Futtermittelallergien, Eiweißallergien und Allergien gegen synthetische Vitamine, Farb- und Aromastoffe auslösen.

Wie viele Tiere jährlich, an meist nicht  als solche erkannten Futtermittelallergien sterben, kann nicht ermittelt werden.

Todesursache
Von Tierschützern verursachte Sozialkonflikte

Mangelhafte Sachkenntnis, emotionale Überforderung, aber auch der dramatische Mangel an finanziellen Mittel und der Mangel an Zwingern und Auslaufmöglichkeiten führen zu einer nicht abzuschätzenden Zahl von Todesfällen durch Beißereien.

Man muss sich die unterschiedliche Herkunft (siehe auch Streunerpopulationen und ihre Problematik), die höchst unterschiedlichen sozialen Erfahrungen der Hunde und deren daraus resultierenden, individuellen Dispositionen vergegenwärtigen.

1.   Bei einigen Hunden handelt es sich um ausrangierte Rassezuchthunde, die über ihre, nahezu vollständige Lebenszeit, in kleinen dunklen Zwingern und ohne arttypische Sozialkontakte gehalten wurden. Es handelt sich dabei um zwangsläufig höchst unselbstständige, durch lebenslangen Dauerstress verhaltensgestörte Hunde.

2. Die Stresszentren der Gehirne der ungeborener Welpen sind durch die Disposition der Muttertiere einer ständigen Flut von Stresshormonen ausgesetzt und zwangsläufig auf Lebenszeit besonders stressanfällig. In fast allen Fällen werden diese Welpen deutlich zu früh von den Muttertieren getrennt und in Pet Shops in Griechenland, Spanien, Italien, auf belgischen Wochenmärkten, über deutsche Tierhändler unsw.( siehe auch Erst vier bis sieben Wochen alt: Polizei stoppt Transport mit 137 Welpen), aber auch in den Herkunftsländern verkauft. Nach einer unbestimmten Dauer einer mehr oder minder schlechten Haltung durch die Käufer, entlaufen sie oder werden ausgesetzt.

3. Ausgesetzte Leistungs- und Gebrauchshunde wie Herdenschutz- und Hütehunde, Wach- und Schutzhunde, Jagdhunde aber auch „Modehunde“ wie Schlittenhunde, Mops, Spaniel, Yorkshire etc. und ausrangierte „Kampfhunde“ (unter dem Begriff „Kampfhunde“ sind hier eindeutig und ausschließlich solche Hunde einschlägiger Rassen zu verstehen, die selektiv für den Einsatz bei Hundekämpfen gezüchtet werden oder als Trainingsobjekt/Sparringspartner für solche gezüchtet und missbraucht werden).

4.   Streunerhunde die schon in der Xten Generation ohne soziale Abhängigkeit vom Menschen, auf der Straße leben. Die Bereiche ihrer Gehirne die für überlebenswichtige Instinkte und Verhaltensweisen bestimmend sind, weisen eine erhebliche höhere Strukturdichte auf, als die Gehirne von Hunden die in Abhängigkeit vom Menschen geboren und aufgewachsen sind. Ähnliches gilt für die Funktion von Hormondrüsen. Bei diesen Hunden sind Reaktionsvermögen, Wahrnehmungsvermögen- und Intensität, Stimmungs- und Verhaltenswechsel, die Fähigkeit zu innerartlicher Kommunikation, Sozial- Jagd- und Fluchtverhalten, Fluchtdistanzen etc. um ein vielfaches ausgeprägter. Einige Verhaltensgrundlagen sind denen von Wölfen oft näher, als die von Hunden aus verantwortlicher Zucht.

5.   Wolfshybriden. Zumindest in ländlichen Gebieten mit bestehenden Wolfspopulationen, kommt es zwangsläufig immer wieder zu Verpaarungen zwischen einzelnen Wölfen und Haushunden bzw. Streunerhunden. Da die Fruchtbarkeit von Hybriden vom genetischen Abstand zwischen den Elterntieren (Spezies/Art) abhängig ist, sind längst nicht alle Hybriden steril. Die Hybriden vermischen sich weiter mit Streunerhunden, wodurch wolfstypisches Verhalten in betreffenden Streunerpopulationen unterstützt wird.

Die Hunde höchst unterschiedlicher Herkunft vermischen sich mit der Zeit, was aber nicht zwangsläufig dazu führt, das sich erworbene Verhaltensstörungen wie die der Hunde aus den Punkten 1 und 2 relativieren. Durch Stress durch Verfolgung durch den Menschen oder feindselige Hunde können sich „erworbene“ Dispositionen derart festigen, dass sie Einfluss auf die rezessive Genese der Folgegeneration nehmen und entsprechende Dispositionen durch folgende Generationen nicht mehr erworben, sondern, durch die Elterntiere vererbt werden.

Auch die Lebensumstände der Hunde sind maßgeblich für ihr Verhalten. Einige Hunde leben als Einzelgänger, einige als Mitglieder von Gruppen mit festen Sozialstrukturen aber halbwegs vergleichbaren Rängen innerhalb der Gruppe (Gangs), andere wiederum in echten Rudeln mit strenger Hirarchie und erheblichen Unterschieden in der sozialen Rangfolge.

Gruppen (Gangs) und/oder Rudel sind die uneingeschränkten Herrscher über ein Waldgebiet, ein Dorf, einen Straßenzug oder eine Müllkippe. Nur die Leithunde und die Tiere der nächst höheren Ränge stehen in Konkurrenz zu den Leithunden und Hunden der nächst höheren Ränge anderer Gangs oder Rudel. Einzelne Hunde würden eine Gang oder ein Rudel nie angreifen. Leithunde Herrschen und verteidigen die Ressourcen, sog. Omegatiere halten Wache, warnen vor Konkurrenten oder Menschen und fressen nur das, was die anderen übrig lassen.

Das Territorium einzeln oder in Kleingruppen lebender Hunde ist oft nur wenige Tausend Quadratmeter groß. Oft nicht mehr als 80 bis 100 Meter in jede Himmelsrichtung- und zwar ganz unabhängig von der individuellen Verteidigungsfähigkeit- oder Bereitschaft.

In den Tötungsstationen, aber ebenso auch in den Tierheimen treffen also Hunde der unterschiedlichsten sozialen, mentalen und physischen Dispositionen aufeinander, ohne das man in den Tötungsstationen darauf Rücksicht nehmen wollte oder in den Tierheimen Rücksicht nehmen könnte.

Die Tiere müssen sich in einem völlig neuen sozialen Umfeld, ohne die Rückendeckung ihrer Gangs/Rudel, zurechtfinden. Körperlich und psychisch starke Hunde geraten dabei nur mit vergleichbar starken Tieren in Konflikte, die häufig ohne schwere Verletzungen beendet werden. Andere, meist unvermeidbare Konstellationen wie: Körperlich starker, aber psychisch schwacher Hund gegen körperlich schwächeren, aber psychisch ebenbürtigen oder stärkeren Hund; oder körperlich und psychisch starker Hund gegen eine etablierte und gefestigte Gang/Rudel, führen oft zu eskalierenden Beschädigungskämpfen und zu Tötung von Hunden durch Hunde/Hundegruppen.Physisch und psychisch schwache Tiere können praktisch nur mit ebenso schwachen Tieren gehalten werden. Von anderen Tieren würden und werden sie getötet. Wie viele getötet werden? Viele!Das stellt keine, durch die Vorgeschichte oder Lebensweise verursachte Verhaltensstörung dar, sondern ein ganz normales, canidentypisches Verhalten. In einigen Fällen können derartige Konfliktsituationen durch die Tierheimmitarbeiter erkannt werden, bevor es zu Tötungen von Hunden durch Hunde kommt. Im Regelfall werden die Hunde die Aggressionsionen oder die Bereitschaft zu Beschädigungskämpfen zeigen, Euthanasiert. Bei der üblichen Besatzdichte sind diese Probleme unvermeidbar und unumgänglich.

Das nächste Problem das sich aus der Besatzdichte in den Tierheimen ergibt und das ebenfalls zu zahlreichen Tötungen von Hunden durch Hunde führt, ist die Unfähigkeit der Tierheime, die Hunde in Paaren zu separieren. Die Läufigkeit von Hündinnen führt zwangsläufig zu Beschädigungskämpfen zwischen Hündinnen, als auch zwischen den Rüden. Hündinnen von Rüden getrennt zu halten bringt keine nennenswerte Entspannung der Situation. Auch dann nicht, wenn alle Rüden kastriert sind.

Allein die direkten Folgen der üblichen Besatzdichte führt zwangsläufig zur Tötung bzw. Euthanasie von Hunden aus der Obhut von Tierschützern. Auch nur annähernd verlässliche Zahlen sind auch in diesem Zusammenhang nicht zu ermitteln, da weder die genaue Zahl von Tierschutzstationen und Tierheimen, noch die durchschnittliche Zahl von Hunden, die sich tatsächlich in der Obhut von „Tierschützern“ befinden, bekannt sind. Europaweit dürften aber jährlich mindestens 40.000 bis 50.000 Tiere aufgrund dieser „Tierschutzmaßnahmen“ getötet werden. Vermutlich werden ebenso viele Hunde ständig an der Kette gehalten, um Tötungen zu vermeiden.

Wenn Sie Bild- und Filmmaterial ansehen, auf dem zu sehen ist, wie eine unbestimmte Zahl von Hunden in einem Tierheim, trotz widriger Versorgungs- und Haltungsumstände, friedlich herumläuft, dann sollten Sie sich bewusst machen, das derartige Aufnahmen meist nur deshalb möglich sind, weil die Hunde die es unmöglich gemacht hätten, bereits getötet wurden.

In der Obhut und Verantwortung ost- und südeuropäischer Tierschützer, kommen nach vorsichtiger Schätzung jährlich mindestens 150.000 Hunde zu Tode. Sie sterben an vermeidbaren Infektionen, werden aufgrund vermeidbarer Umstände durch andere Hunde oder die Tierheimbetreiber getötet, sie erfrieren oder verhungern. Vermutlich muss die tatsächliche Zahl der Todesopfer durch falsche, schlechte Tierschutzarbeit, sehr viel höher kalkuliert werden.

Viele, sehr viele Tierheime sind nicht besser als die Tötungsanstalten, aus denen sie von Tierschützern herausgeholt werden. Manche Tiere leben 10 und mehr Jahre unter Umständen, denen der Tod vorzuziehen wäre.

Selbstverständlich kann man nicht alle ausländischen Tierheime als „Todeslager“ bezeichnen. Es gibt große Unterschiede in der Qualifikation des Personals, der Ausstattung der Tierheime und der Finanzkraft der Betreiber. „Gute“ Tierheime, sofern der Begriff „GUT“ überhaupt auf Tierheime Anwendung finden kann, gibt es nur sehr wenige. Es herrscht Handlungsbedarf. Dieser muss vor allem von den Tierschützern erkannt werden.

Kommentare (2)
tierschutz im Ausland
2 Freitag, den 09. Oktober 2009 um 22:36 Uhr
???
Der Dame aus Rumänien kann ich nur zustimmen.
Wenn Sie einem um Hilfe bittenden Hund in die Augen schauen, dann vergessen Sie Zahlen, Krankheiten und alles andere was Sie mit Ihren rationalistischen Thesen zu begründen suchen. Natürlich würden wir alle glücklicher leben können, wenn die Tötungen in Europa aufhören würden und die Hundepopulation auf humane Weise gesenkt werden könnte. Ich setzte mich für kostenlose Kastrationen die jedem Hundebesitzer zu Verfügung stehen sollen, und gleichzeitig, für eine Steuer auf unkastrierte Hündinnen die als Incentive dienen , und somit das Verhalten der Hundebesitzer in einer bestimmten Richtung lenken sollte . Wenn Sie Projekt S.T.A.R.S. (Stray Animals Rights Society) auf Europa Ebene unterstützen wollen, dann sind Sie auf dem richtigen Weg die Auslandsimporte der streuenden Katzen und Hunden überflüssig zu machen, und gleichzeitig dem Elend der Tiere im Ausland ein Ende zu setzten. (www.aerztefuertiere.de)- So können Sie Ihrer Kritik tatsächlich etwas konstruktives verleihen. Zweifellos gibt es viele Leute die Profit aus diesem Elend rausschlagen. Viele Händler und Züchter sind dabei, aber vor allem sind es Politiker vor Ort die „Status quo“ behalten wollen. Warum ist das Töten der Hunde beliebter als die Kastrationen: im Grunde ist es teuerer- die Kadaver müssen kalt gelagert werden, die Verbrennung und der Transport zur Verbrennungsanlagen sind viel teuerer als die Kastrationen. Tötungen selbst werden auf billigste und grausamste Weise durchgeführt – Euthanasie Spritze wird zwar abgerechnet, aber in der Regel gar nicht verwendet. Tötungen scheinen also ein lukratives Geschäft zu sein, so dass die Kastrationsprojekte nicht erwägt werden. Nur auf Europa Ebene ist etwas zu bewegen, vorausgesetzt der Druck der Menschen auf die Politiker findet in einer gemeinsamen breit durchgeführten Aktion statt. Die Richtlinien, Verordnungen oder sogar direkt anwendbare Gesetzte sollen nicht nur Glühbirnen, krumme Gurken, oder Kennzeichnung der Kühlschränke regulieren, sondern etwas was nachweislich sehr vielen Menschen am Herzen liegt.
Enttäuschend
1 Samstag, den 20. Juni 2009 um 19:51 Uhr
???
Aus ihrer langen Beschreibung dieser Missständen geht keine konkrete und vernünftige Lösung oder Alternative hervor!
Die Arbeit der Tierschützer wird kritisiert, auch wenn mit Recht, Probleme die nicht in deren Macht steht gelöst zu werden sind etwas übertrieben (unwissenschaftlich argumentiert, ohne aussagekräftige Belegung... ).
Ich verstehe aber nur eines nicht: Wem nutzt und wofür das alles?
Wenn die Menschen in den Ländern wo die Population der Straßenhunden die der Menschen zu überholen droht, wo täglich hunderte von Personen von Hunden gebissen, attackiert, belästigt werden, auf die Straße gehen und von den Behörden verlangen die Streuner alle bis auf einem umzubringen, sie sehen so eine Kritik für notwendig? Ist das ein Akt das dem Tier zu Gute kommt?
Warum investieren sie dieser Zeit, ihr Wissen und das Geld um dieser Tierheime zu unterstützen und deren Arbeit zu verbessern, wenn sie keine bessere Lösung haben?
Selbst wenn die Wirklichkeit so aussehen würde wie sie dieser hier dargestellt haben, sie und andere die nicht mithelfen sind auch eine Ursache dieses Elends!
Oder sie sind zuständig den Tierheimen Sterne und Abzeichnungen zu verleihen?
Die Tiere dort sind vielleicht nicht so glücklich wie unsere in der Wohnung, werden auch krank, manche sterben, aber diese Menschen haben die vor dem sicheren, qualvolleren Tod bewahrt und einem wahren Massaker ein Ende dadurch gesetzt! Sie haben gekämpft und bewiesen, dass es auch anderes geht. Sonst wären in diesen Ländern weiter Tiere erschossen, mit Rattengift und andere ähnliche Substanzen vergiftet oder gesammelt und ohne Wasser und Nahrung ihren Schicksal überlassen.
Noch heute werden Hunde von verzweifelten Bewohner der Städten auf den Straßen vergiftet, brutal geschlagen oder von Autos überfahren... Darüber berichten sie hier aber nicht!
Ich kann es nicht auch nicht belegen, aber ich komme von dort, ich bin oft in diesen Städten un sehe das immer noch, ich kann eine Sprache dieser Länder und verstehe was die Bevölkerung und die Politik darüber denkt... ich kann einschätzen wie viele Stimmen einem politischen Kandidaten die "Reinigung" der Straßen einer Hauptstadt wie Bukarest bringen
können...
Sie können aber nicht mal so gut Qualitätsstandards stellen um deren die was TUN Noten zu geben!
Neutral
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. Juli 2010 um 03:33 Uhr